Digitalisierung einmal anders

Wer kennt dieses Video nicht? Dieser Clip hat in den letzten Wochen die Youtube-Charts erobert:

https://www.youtube.com/watch?v=Mh4f9AYRCZY​

Natürlich kann man das als eine lustige Episode abtun und sich ein wenig darüber amüsieren. Aber man kann sich auch einmal eine Minute Zeit nehmen und sich fragen, was denn zu diesem Ereignis geführt hat. Was ist passiert?

Digitalisierung ist passiert!

Dieses Video ist ein großartiges Beispiel dafür, wie die Digitalisierung unsere Gesellschaft verändert. Dass das für uns jahrelang bekannte Skype die Gesellschaft nun so stark durchdringt, dass es einfach akzeptiert wird, ein Interview darüber zu führen, hat Robert Kelly eine komplett neue Welt des Arbeitens ermöglicht. Er kann nun von zu Hause aus ein wichtiges Interview führen, seine Expertenmeinung mit der ganzen Welt teilen und zwei Minuten später wieder mit seiner Familie zusammen sein.

Und nicht nur das: Auch das Konsumentenverhalten hat sich geändert: Was wäre es für ein Skandal gewesen, wären in den 80er Jahren die Kids durch das Bild gelaufen – ein „Produktionsfehler“ im TV mit Testbild „Bitte warten – technische Störung“ wäre die Folge gewesen.

Heute jedoch können wir uns darüber freuen, dass wir die Meinung eines Experten über die Politik in Südkorea hören dürfen, der gleichzeitig dabei auch immer noch Papa sein darf. Vielleicht kann man also sagen, dass die Digitalisierung durch Schaffung neuer Wege zu arbeiten auch unsere Wahrnehmung ändert.

Digitalisierung hat immer auch gesellschaftliche und kulturelle Aspekte und steht nie alleine technisch da.

Wer’s nötig hat

Letztens fuhr ich zu einem Büro, in dem sich mehrere Firmen eingemietet haben. Auf dem Parkplatz gibt es besondere, reservierte Plätze für eine Versicherung, die auch noch in „Bezirksdirektion“ (also anonyme Bezirksdirektoren) und „Regionaldirektor“ (also DER Regionaldirektor) unterteilt sind.

Solche Distinktionsmerkmale sind was für arme Würste.

Fuck you Nintendo!

Ich fand Nintendo ja immer ganz toll, aber DAS ist eine Frechheit!

Der Nintendo 3DS XL wird von Nintendo absichtlich ohne Netzteil verkauft. Die Argumentation dahinter ist angeblich, dass ein Großteil der User ja bereits ein Gerät hat und daher ein zusätzliches Netzteil für viele mehr oder minder überflüssig ist. Das schont auch wohl ein Stück weit die Umwelt und hält die Kosten niedrig. Wer ein Netzteil braucht, holt sich das halt extra zu dem Gerät dazu.

Jetzt kaufe ich mir so einen 3DS XL absichtlich ohne Netzteil weil ich diese Idee ja verstehe, nachvollziehen kann und noch einen Nintendo DS herumliegen habe.

Jetzt kommt raus, dass das alte Netzteil halt einfach nicht passt. Ganz tolle Nummer. Vielen Dank, Nintendo. Fuck this shit!

Agantty und fileee sollten miteinander spielen…

Zwei deutsche Startups haben jeweils eine eigene, ziemlich coole Plattform gebaut.

Fileee ist ein Dokumentenmanager inklusive OCR und (Und das ist ein echtes Highlight) einer Feldzuordnung  für gescannte Dokumente. Kurze Erklärung dazu: Das bedeutet, dass Text eben nicht nur erkannt (OCR), sondern auch intelligent mit einer Bedeutung versehen werden kann. So kann ich z.B. bei einer Rechnung die Summe erkennen und einen Reminder für das Fälligkeitsdatum setzen. Fileee verlässt gerade das Betastadium.

Agantty ist ein Projektmanager, mit dem ich in der Lage bin, Teams zu bilden, Projekte auf einer Zeitline in einem klassischen Gantt-Diagramm abzubilden, Aufgaben zu verteilen und Meilensteine zu erstellen. Agantty ist gerade in einer closed Beta.

Und warum jetzt diese beiden zusammen?

Ganz einfacher Grundsatz: Kein (geschäftliches…) Projekt ohne Dokumente. Ich mache einmal ein kleines Beispiel: Wir fangen mit unserer Zusammenarbeit an, indem wir einen Vertrag unterzeichnen. Eine Partei (meist der Auftragnehmer) schreibt den Vertrag und verhandelt ihn mit dem Auftraggeber. Der Vertrag durchläuft mehrere Iterationen, bis er endgültig von beiden Parteien freigegeben und unterschrieben ist. Erst dann ist der Meilenstein „Projekt-Kickoff“ erreicht.

Danach beginnt der Auftragnehmer vielleicht mit der Beschaffung von Material (eventuell holt er sogar noch eine Freigabe ein) und erhält von einer dritten Partei eine Rechnung…

Turnusmäßig erstellt der Auftragnehmer übrigens auch sicher selbst Rechnungen, die der Auftraggeber freigeben und bezahlen muss.

In größeren Projekten gibt es ein Change Request-Verfahren, bei dem beide Parteien gemäß einer vordefinierten Routine Projektänderungen vorschlagen und freigeben müssen. In vielen Projekten braucht man dafür eine Unterschrift oder Genehmigung in Form eines entsprechenden Dokuments von irgendeinem Gremium wie einem Lenkungsausschuss.

Und dann gibt es natürlich auch noch die ganze Dokumentation wie Meetings, die Tätigkeitsdokumentation, Projektberichte,…

Klar: Das ist hoch gegriffen und manchmal nur für dicke Projekte relevant, aber fileee und agantty haben beide eigentlich schon Werkzeugkästen bereit stehen, die zusammen so ein richtig dickes, Profi-Projektmanagement möglich machen.

Es wäre halt schade, wenn man sich nicht wenigstens einmal hinsetzt und die Möglichkeiten auslotet…

Pebble Time – Die App

Die Pebble App war rechtzeitig verfügbar (da gab es laut Pebble Blog wohl ein wenig Drama) und das Pairing mit meinem iPhone 6 lief problemlos.

Die Pebble App bietet im Prinzip drei Bereiche: Einen für „My Pebble“ – hier konfiguriert man Apps und Watchfaces, einen für „Get Watchfaces“ und einen für „Get Apps“ hinter den beiden Bereichen „Get Apps“ und „Get Watchfaces“ verbirgt sich jeweils eine Art kleiner Appstore jeweils für Apps und Watchfaces.

Zusätzlich gibt es unten noch zwei weitere, kleine Bereiche für „Settings“ und „Support“, die weitgehend selbsterklärend sind.

Apps

Bei Apps handelt es sich um – nunja… Apps eben, die auf der Pebble Time laufen. Grundsätzlich wird zwischen Apps unterschieden, die einfach so auf der Pebble Time laufen und Apps, die eine sogenannte „Companion App“ brauchen. Eine solche Companion App ist eine iPhone-App, die dann mit der Pebble kommuniziert. Über Companion Apps kann man Funktionalitäten des iPhones nutzen, die die Pebble Watch nicht mitbringt, beispielsweise den Ortungsdienst.

Watchfaces

Bei Watchfaces handelt es sich um den Bildschirm, den ich sehen kann, wenn keine App aktiv ist; also eigentlich den „Startscreen“, wenn man denn so will. Alle, die ich bis jetzt gesehen habe, zeigen mindestens einmal die Uhrzeit in mehr oder weniger sinnvollen Designs an – einige auch noch zusätzliche Infos, wie das aktuelle Wetter.

Sowohl die Watchfaces als auch die Apps zeugen ganz deutlich vom derzeitigen Zielpublikum. Alles ist fürchterlich nerdig, es wimmelt von unlustigen Tux-Watchfaces, Bitcoin-Tickern und anderen, ähnlichen Themen.

Insgesamt gibt es noch brutal wenig Apps / Watchfaces und ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt, wenn sich ein paar Developer mehr auf die Pebble Time stürzen werden. Im Augenblick gibt es jedenfalls nur ein sehr grobes Bewertungssystem (Man kann einer App / einem Watchface ein Herzchen geben oder es halt lassen) und auch eine Einteilung nach Sprachen ist jetzt nicht implementiert. Da ist auf jeden Fall noch gut Luft nach oben.

Die Pebble Time – Hardware

Die Verpackung der Uhr ist schön schlank und easy gehalten. Im Pappkarton ohne Schnickschnack befindet sich lediglich die Uhr, ein USB-Kabel zum Laden und ein kleines, dünnes Booklet als „Quickstart Guide“.

Heftige Vibrationen

Nach dem Laden schaltet sich die Uhr ein und gibt mit einem Vibrations-Summer Bescheid, dass der Akku jetzt voll ist. Und wenn wir gerade dabei sind: Die Vibrationsfunktion habe ich nach 2 Tagen bereits ausgeschaltet. Sie ist so laut, dass man sie in einem stillen Raum, z.B. bei einem Vortrag auf jeden Fall hört und wenn man die Uhr auf einen Tisch legt, auf jeden Fall lauter als die Vibration des iPhones. In der Nacht ist das total unerträglich. Der „Do not disturb“-Modus ist auch noch so rudimentär (lediglich eine „Von“- und eine „Bis“-Uhrzeit sind einstellbar), dass auch dieser keine Abhilfe ist.

Das Display ist „so lala“

Natürlich war klar, dass ich mir hier kein High-End-Display ins Haus oder ans Handgelenk hole. Daher hatte ich auch keine hohen Erwartungen; und die niedrigen Erwartungen hat das Display voll erfüllt. Es ist bei starker Sonneneinstrahlung echt richtig gut zu lesen. Zuhause und im Kunstlicht werden die Schwächen jedoch offenbar. Der Kontrast ist eher lau und die Farben schwach.

Der Akku hält lang – richtig lang. Die Pebble-Jungs versprechen – so glaube ich – 7 Tage Laufzeit und das kommt auch fast hin. Nach 5 Tagen waren noch 20% übrig; mehr wollte ich da bis jetzt nicht experimentieren.

Knöpfchen an der Seite

Die Bedienung ist einzigartig, interessant und leuchtet ein. Die Pebble hat 4 Knöpfe. Einen links und drei rechts. Innovativ ist die Idee der „Timeline“, die über die drei Knöpfe rechts gesteuert wird. Dabei steht der obere Knopf für die Vergangenheit, der mittlere für die Gegenwart und der untere für die Zukunft. Sogenannte „Timeline-Ready“-Apps reihen ihre Ereignisse in diese Timeline ein. So stellt die Kalender App hier die anstehenden Ereignisse dar, die Wetter-App Sonnenauf- und Untergang, und die Travel-App anstehende Flüge.

Die Pebble Time ist da

Also ich bin ja so ein hipper Hipster und brauche eine Smartwatch. Darum habe ich das Projekt „Pebble Time“ auf Kickstarter „gebacked“. Vor zwei Wochen kam die Pebble Time nun bei mir an und ich konnte sie testen.

Die Kosten

Das Paket mit der Pebble kam aus Irland und war damit schon einmal erfreulicherweise befreit von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer. Somit kostete die Pebble Time inklusive Versand tatsächlich in Summe weniger als zweihundert Euro.

Der Check

Da schon alleine der Text zu der Pebble App recht lang geworden ist, ist der Beitrag hier ein kleiner Sammler für alle Themen, die ich rund um die Pebble schreiben werde.

Pebble Time

Sitcoms

„Die spielt in LA und da gibt es diesen einen Typen; der hat ernsthafte psychische Probleme, aber das wird schon noch lustig.


Und dann gibts noch die eine heiße Tussi, die auf ihn steht und er sie aber nicht ranlässt. Weil er liebt ja noch die andere nicht ganz so heiße Tussi, die aber auch mal dringend therapeutische Hilfe bräuchte. Aber die lässt sich laufend von anderen Kerlen nageln.


Und dann bringen wir da noch zwei alte 80er / 90er Sitcom-Stars mit rein.


Und dann machen wir noch einen Lachtrack.


Und dann gibt’s noch einen mit Alkoholproblemen. Der torkelt so lustig rum.


Und dann schauen wir noch mal, ob wir da irgendwo Charlie Sheen unterbringen.“

Vielen Dank, Chuck Lorre, wir haben es verstanden. Bitte lass es.

Thalia, Weltbild, Hugendubel…

Die Simpsons haben es schon vor einiger Zeit auf den Punkt gebracht.

Lisa: „Oh ein Buchladen!“

Marge: „Wie schön – ich könnte einen Cappuccino vertragen.“

Lisa: „Ich geh in den vierten Stock, wo die Bücher sind.“

Nachdem die Buchläden im Filialgeschäft alle vor 10 Jahren noch amazon hartnäckig ignoriert haben, werden sie jetzt mit ihrem Filialgeschäft mit „Service“ punkten wollen.

Aha…

Ernsthaft Leute: Was will ich jetzt mal zum Beispiel mit so einem schwindeligen eBook-Reader Dingsbums in einem Filialgeschäft denn bitte anfangen? Ja klar – das ist sicher ein ganz toller eBook-Reader, klaro. Aber wie soll das bitte zusammengehen?

Idealerweise stünde ich also in der Filiale, würde in einem beliebigen Buch blättern und wenn es mir gefällt, gehe ich an die Kasse und sage: „Guten Tag, Kundennummer Nullachtfuffzehn – DIESES Buch bitte JETZT auf mein eBook.“ – so sollte es sein.

Was passiert


Was aber passiert, ist, dass ich mir schwache Sprüche anhören muss, wie böse die Verlage sind und was so Regelungen und die Buchpreisbindung für gaaaaanz schöööön zweischneidige Schwerter sind. Bestenfalls. Man läuft aber auch Gefahr, in die leeren Augen einer gescheiterten Öko-Sozio-Dingens-Studentin im Batikrock zu schauen und gar keine Antwort zu bekommen.

Was ich will

Was ich mir wünsche, ist eigentlich ganz einfach:

  • Jedes Buch als eBook verfügbar
  • wesentlich günstigere Preise für eBooks als für Papierbücher
  • Wenn ich das Papierbuch kaufe, gibt’s das eBook kostenlos dazu

Und warum ich das nicht bekomme, ist leider einfach klar. Jeder Aff (inklusive der tollen, neuen, großen digitalen wie amazon) will sein eigenes Format, seine eigenen bescheuerten Geräte und seinen eigenen Hype durchdrücken.

Ich will das nicht.